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Das Nirnwurz-Sendschreiben ist ein Schriftstück in The Elder Scrolls IV: Oblivion.

FundortBearbeiten

Das Sendschreiben bekommt man von Sinderion in der unten genannten Quest.

QuestsBearbeiten

InhaltBearbeiten

Damit komme ich zu meinem nächsten Thema, dem leuchtenden Rhizom der als Nirnwurz bekannten Pflanze.

Diese erstaunlich widerstandsfähige Wurzel, einst an fast allen größeren Gewässern zu finden, ist inzwischen äußerst selten geworden und akut vom Aussterben bedroht. Ich selbst habe noch nie einen ihrer knorrigen Triebe zu Gesicht bekommen, da sie selten in Sichtweite der Straßen Cyrodiils wächst. Den Aufzeichnungen des bekannten Kaiserlichen Kräuterkundigen Chivius Regelliam zufolge war die Nirnwurz früher häufig und im ganzen Land verbreitet, aber er vermutete, dass ihr Wachstum durch ein verheerendes Ereignis gehemmt wurde. Während viele Gelehrte die These ablehnen, dass die Sonnenfinsternis von 1E 668 eine katastrophale Wirkung auf alles pflanzliche Leben hatte, vertritt Chivius die Ansicht, dass das Erbgut der Nirnwurz durch den über ein Jahr andauernden Sonnenentzug beschädigt wurde. Während andere Pflanzenarten diesen Mangel irgendwie kompensieren konnten, habe Nirnwurz auf Grund ihrer geheimnisvollen magischen Natur besonders empfindlich auf den Klimawandel reagiert. Ob dies nun zutrifft oder nicht - auf jeden Fall stimmt es, dass die Nirnwurz im Laufe der Jahre immer seltener anzutreffen ist.

Das Verblüffendste an den Studien von Chivius ist, dass er in seinen Notizen zu dieser Wurzel ihr gelbliches Leuchten beschreibt. Die Nirnwurz von heute hingegen leuchtet sanft bläuliches oder blau-weiß. Da leider seit den Studien von Chivius die Nirnwurz nicht mehr viel erforscht wurde, ist unbekannt, wann und warum diese Änderung eintrat. Meine These heute lautet, dass die Nirnwurz, obwohl nur eine Pflanze, ihr drohendes Aussterben gespürt und daher ihre Natur selbst verändert hat, um zu überleben. Eines der offensichtlicheren Merkmale der heutigen Nirnwurz, das diese Theorie unterstützt, ist die Tatsache, dass sie jetzt unter der Erde ohne jegliches Sonnenlicht zu überleben vermag. Obgleich im Allgemeinen nur Moose und Pilze unter solchen Bedingungen wachsen, habe ich zwei beglaubigte Aussagen von Personen, die behaupten, Nirnwurz in tiefen Höhlen gesehen zu haben. Nicht ein einziges Mal erwähnt Chivius in seinen umfangreichen Notizen eine unterirdisch wachsende Nirnwurz. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass eine an der Erdoberfläche wachsende Pflanze auf einmal in einer Umgebung auftritt, die von ihrem normalen Habitat völlig verschieden ist?

Die Antwort, verehrte Kollegen der Alchemie, ist in den Aufzeichnungen von Chivius selbst verborgen. Obwohl er in seinem Laboratorium sehr viel Zeit mit dem Studium der Nirnwurz verbrachte, versäumte er es, etwas sehr Wichtiges näher zu untersuchen, nämlich das Erdreich. Wie gesagt vertrat Chivius die Theorie, dass die durch den Ausbruch des Roten Berges verursachte Sonnenfinsternis zum Verschwinden der Nirnwurz beigetragen hatte. Dem stimme ich zu. Diese Theorie möchte ich jedoch mit der These ergänzen, dass die Asche, die ein ganzes Jahr lang vom Himmel fiel, sich mit der Erde vermischte, und dass dies, in Verbindung mit den magischen Eigenschaften der Wurzel, zu den oben erwähnten Änderungen führte. Die Asche wirkte als eine Art Katalysator, der eine Veränderung im Wesen der Nirnwurz herbeiführte. Obwohl heute nur sehr wenig Asche aus dieser finsteren Zeit übrig ist, habe ich an neueren Ascheproben, die mir aus Vvardenfell zugeschickt wurden, Untersuchungen vorgenommen. Diese weisen so gut wie keine magischen Eigenschaften auf, zumindest keine, die sich in einem solchen Umfang auf die Pflanze hätten auswirken können. Allerdings besitzt das in winzigen Mengen in der normalen Asche vorkommende, so genannte Aschensalz in der Tat sehr starke magische Eigenschaften. Man erzählt sogar, dass einige Bewohner Dunmers diese Eigenschaften dazu genutzt haben, ein Heilmittel gegen die Krautfäule herzustellen, die ihr Gebiet vor vielen Jahren heimsuchte. Ich glaube, diese Magie hat, in Verbindung mit den innewohnenden magischen Kräften der Nirnwurz, die radikale Änderung herbeigeführt... kurz gesagt, die Wurzel hat sich "selbst geheilt".

Ich gehe davon aus, dass meine beiden Thesen in engem Zusammenhang stehen. Die Pflanze musste überleben, und zu diesem Zweck nutzte sie ein Nebenprodukt dessen, was sie beinahe zerstört hätte. Keiner anderen Pflanze in der Natur ist jemals eine solche Metamorphose gelungen. Ich glaube, die Nirnwurz hat in einem relativ kurzen Zeitraum das vollbracht, wozu andere Pflanzenarten Millionen Jahre gebraucht hätten.

Wie dem auch sei, eines steht fest; die Nirnwurz steht kurz vor dem Aussterben. Sie enthält unerschlossenes Potential, mit dessen Hilfe Heiltränke erzeugt werden könnten, die ihresgleichen suchen würden. Ich schlage heute vor, dass wir einen kleinen Teil unserer Mittel für eine Forschungsreise aufwenden, um einige dieser Wurzeln zum Zwecke der Untersuchung zu sammeln. Ich habe eine Zusammenfassung dieses Vorschlags zu Eurer Ansicht nach diesem Abschnitt des Symposiums entworfen. Denkt bitte ernstlich über diesen Vorschlag nach, bevor es zu spät ist, und die Nirnwurz nur noch in unserer Erinnerung lebt.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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